Literaturempfehlung

Peer-Arbeit leistet wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung psychiatrischer Arbeit

Bock, Utschakowski und Sielaff schildern in „Vom Erfahrenen zum Experten“ Erfahrungen mit der Peer-Arbeit. Außerdem geht es auf die Voraussetzungen sowohl für die Psychiatrieerfahrenen ein, die sich als Peer qualifizieren wollen, als auch für die Institutionen, die mit Peers arbeiten wollen. Es regt zu einem Umdenken bei den in der Psychiatrie Tätigen an und setzt den Recovery-Ansatz praktisch um.

Peers sind Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die in die fachliche Begleitung von z.B. psychotischer Menschen oder Menschen mit Borderline einbezogen werden Psychiatrieerfahrene Menschen kennen die Erlebniswelt von psychisch Kranken aus eigener Erfahrung. Daher haben sie einen anderen Zugang zu psychisch kranken Menschen. Peers kennen deren Gefühle und Erlebnisse, die diese selbst vielleicht gar nicht angemessen artikuluieren können, weil sie an ihrem Erleben zu nah dran, wenn nicht mitten drin sind.

Der große Vorteil der Peerarbeit:

  • Menschen mit Psychiatrieerfahrung wissen, was ihnen selbst warum geholfen hat und was ihnen gefehlt hat.
  • Sie sind selbst den Weg gegangen, den die akut Erkrankten noch vor sich haben.
  • Sie sind lebendes Zeugnis dafür, dass es einen Ausweg, eine Lösung für das psychische Problem gibt.

Die Peerarbeit ist aber auch von großer Bedeutung für die Peers selbst, da sie ihnen hilft, sich ein neues, sinnerfülltes Dasein aufzubauen, indem sie ihre Erfahrungen nutzbringend für andere einbringen. Und auch Ärzte, Therapeutinnen und Pflegepersonal profitieren, wenn sie die Erfahrungen der Peers in ihre Arbeit mit einbeziehen - sie kommen dem Erleben der Betroffenen näher und finden einen Übersetzer, eine Übersetzerin für oft unartikuliertes Leiden.

Jörg Utschakowski, Gyöngyver Sielaff, Thomas Bock (Hg.)
Vom Erfahrenen zum Experten
Wie Peers die Psychiatrie verändern
1. Auflage , Bonn 2009
ISBN 978-3-88414-470-1
260 Seiten
24.95 €

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